Mit Crowd Lobbying ins Bundeshaus

Neuigkeiten der Stiftung

· Jahresbericht 2021

Mit der digitalen Plattform «Crowd Lobbying» erhalten Bürger:innen im Parlament eine stärkere Stimme − und die Stiftung für direkte Demokratie ein neues Kampagnen-Werkzeug.

Es war ein Polit-Coup, mit dem niemand gerechnet hatte: der Nationalrat stimmte 2020 mit überraschender Mehrheit für Stimmrechtsalter 16. Im Saal kam es zu spontanem Applaus. Mit dem Entscheid war ein erstes Etappenziel auf dem Weg erreicht, der Jugend mehr Mitsprache einzuräumen.

Hinter dem Erfolg stand ein loses Bündnis von Jugendlichen, die unter der Bundeshauskuppel und im Internet für ein Stimmrechtsalter 16 lobbyiert hatten. Ihr Werkzeug war die Online-Plattform «Crowd Lobbying», die es Menschen ermöglicht, sich zusammenzuschliessen, um im Parlament gemeinsam für ihr Anliegen zu werben.

Konkret können Bürger:innen über die Plattform die Mitglieder des Parlaments direkt kontaktieren, um die Politiker:innen für ihr Anliegen zu gewinnen. Damit deren Postfächer nicht überflutet werden, sammelt die Plattform alle Nachrichten. Die Parlamentarier:innen erhalten die Mitteilungen gebündelt und ergänzt durch ein Dossier, in dem die wesentlichen Argumente und die wichtigsten Zahlen zum Thema aufgeführt sind.

«Die Plattform ermöglicht Lobbying mit einem Mausklick. Dies gibt den Anliegen von Bürger:innen im Bundeshaus ein grösseres Gewicht.» 

– Philippe Kramer, IG Stimmrechtsalter 16

«Crowd Lobbying» setzt, wie die Plattform «WeCollect», auf die Schwarmlogik, wonach einzelne Bürger:innen erst im Verbund das nötige politische Gewicht erhalten, um gehört zu werden. So können frühzeitig tragfähigere Lösungen für Anliegen gesucht werden, die in der Gesetzgebung bisher nicht oder nur schwach vertreten wurden. Die Plattform «Crowd Lobbying» wurde vom Verein Public Beta entwickelt. Nach einer erfolgreichen Testphase mit weiteren Projekten, wie beispielsweise der Gletscher-Initiative hat sich der Verein entschieden, «Crowd Lobbying» der Stiftung für direkte Demokratie zu übertragen. So kann die Stiftung Synergien mit WeCollect nutzen und Initiativen und Referenden ein weiteres, effizientes Werkzeug zur Verfügung stellen.

 

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