Geteilte Verantwortung

Familienzeit-Initiative

· Jahresbericht 2025

Nach dem erfolgreichen Einsatz für den Vaterschaftsurlaub engagiert sich WeCollect für die Familienzeit-Initiative. Warum braucht es diesen nächsten Schritt? Unsere Antworten auf die Fragen der WeCollect-Community.

Mit dem Thema Gleichstellung verbindet WeCollect eine lange Geschichte. Die Initiative für den Vaterschaftsurlaub ist mit 59’607 Unterschriften bis heute das erfolgreichste Projekt der Demokratie-Plattform. Entsprechend naheliegend ist das Engagement für die Familienzeit-Initiative. Für unsere Antworten auf kritische Fragen aus der WeCollect-Community haben wir uns mit der Grünen Nationalrätin Florence Brenzikofer und der GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy ausgetauscht. Sie beide haben die Volksinitiative von Beginn an begleitet.

Zwei Mädchen warten bis eine Frau ihnen einen der vielen bereit stehenden blauen Familienzeit-Ballonen gibt.


Ist Familienzeit überhaupt notwendig?

Eine Frage aus der Community betrifft grundsätzlich die Notwendigkeit einer Familienzeit – schliesslich gibt es ja bereits den Vaterschaftsurlaub. Als WeCollect verstehen wir den heutigen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen zwar als wichtigen Schritt, der aber nicht ausreicht, um die Kinderbetreuung partnerschaftlich aufzuteilen. Rollen in der Familie werden oft in den ersten Monaten nach der Geburt entwickelt und geprägt. Florence Brenzikofer sagt dazu: «Elternschaft ist geteilte Verantwortung. Um diese aufzubauen, brauchen beide Elternteile in dieser frühen Phase Zeit». Und die Familienzeit schafft bessere Voraussetzungen dafür. Auch Kathrin Bertschy betont: «Eine echte Familienzeit bringt die Gleichstellung einen grossen Schritt voran, weil beide Eltern von Anfang an Verantwortung übernehmen.»

Viele Menschen und blaue Ballone bei einer Veranstaltung zur Lancierung der Familienzeit-Initiative. Mittendrin sind die Initiantinnen und Nationalrätinnen Kathrin Bertschy und Florence Brenzikofer zu sehen.


Entspricht die Initiative den spezifischen Bedürfnissen von Müttern?

Weiter fragt eine Person aus der WeCollect-Community, ob die Initiative den spezifischen Bedürfnissen von Müttern auch wirklich gerecht wird. Wir finden: ja. WeCollect unterstützt das Anliegen nämlich gerade deshalb, weil die Initiative die besonderen Belastungen rund um Schwangerschaft und Geburt nicht infrage stellt. Mutterschaftsurlaub und medizinische Schutzfristen bleiben bestehen. Die Familienzeit setzt vielmehr an einem anderen Punkt an: Sie ermöglicht dem anderen Elternteil, früh Verantwortung zu übernehmen. Das entlastet Mütter und hilft, traditionelle Rollenverteilungen aufzubrechen. Oder wie Initiantin Kathrin Bertschy es formuliert: «Wenn der Vater oder der andere Elternteil von Anfang an mehr Betreuungsarbeit leistet, verbessert das langfristig auch die Chancen von Müttern im Berufsleben.»

Müsste nicht eher die Care-Arbeit allgemein aufgewertet werden?

Weiter kritisieren Stimmen aus unserer Community, dass – statt Familienzeit einzuführen – eher die Care-Arbeit allgemein aufgewertet werden müsste. Dazu finden wir: Die Aufwertung von Care-Arbeit ist zentral. Und die Familienzeit kann ein Teil davon sein. Übernehmen beide Eltern von Beginn an Verantwortung, wird Care-Arbeit stärker als gemeinsame Aufgabe wahrgenommen. Die Initiative ersetzt deshalb keine Massnahmen wie bessere Kinderbetreuung, sondern ergänzt sie. In den Worten von Initiantin Florence Brenzikofer: «Wer möchte, dass Menschen Care-Arbeit und Beruf vereinbaren können, muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Das tun wir mit der Familienzeit-Initiative.»


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